Politik 2.0 – Die Grünen goes Web 2.0

Obama hat uns im Jahr 2008 gezeigt, dass man einen Großteil der Bevölkerung nicht mehr nur mit Wahlplakaten und Wahlkampftouren motivieren kann, sondern viel besser über das Internet erreicht. So brauchen beispielsweise Umfrageinstitute keine Mitarbeiter von Haus zu Haus schicken oder in innerstädtischen Fußgängerzonen auf eine Frage- und Antworten-Odyssee schicken, sondern können bequem eine Umfrage auf einem Blog oder sozialen Netzwerk schalten, die dann von einer Software ausgewertet wird. Das spart Zeit und Nerven, setzt jedoch eine rege Beteiligung der Web-Anwender voraus.

Das Konzept hat sich zwar sehr gut in den USA bewährt, allerdings gibt es bis auf einige Organisationen und wenige innovative Parteien nur begrenzt spannendes über die Politik im Netz zu berichten. Zumal im Internet auch nur dieselben Themen nochmals von Hinten aufgerollt werden. Das wird noch schlimmer, wenn man sich vor Augen hält, was man heutzutage in erster Linie im Internet macht: Eigentlich will man doch nur der Realität entfliehen und nicht wieder über die gleichen Probleme stolpern, wie im wahren Leben. Da jedoch dieser Wandel unumgänglich scheint, fügen wir und die Politiker uns mit mehr oder weniger Ideenreichtum und Elan. So kommt dann unter anderem zu dem überaus spannenden Video-Blog von Angela Merkel zustande.

(Es tut mir leid, aber so wie sie in Reden spricht, hält man es nicht aus. Nach 2 Minuten musste ich das Video zum Thema „Ziel ist ein stabiler Euro“ beenden, weil sie den Satz immer noch nicht beendet hat und erst bei der Hälfte angekommen war. Zu allem Übel habe ich mich darüber aufgeregt, dass die Damen und Herren, die diese Onlinepräsenz es in unserer heutigen Zeit nicht mal schaffen, einen „Download-Button“ in die Beiträge einzufügen. Stattdessen darf man umständlich das Kontextmenü bemühen, um sich die Videodatei auf den PC herunterzuladen. Ob man das machen sollte und was die Beweggründe dazu sind, sei mal dahingestellt.)

Mittlerweile hat dann aber doch schon fast jede Partei und jeder Politiker einen Nachrichtenstream auf Twitter oder eine Seite bei Myspace, Facebook, diversen VZs und Co. Vorzuweisen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass wir uns auch im Onlinewahlkampf noch weiterentwickeln. Beispielsweise mit neuartigen Mashup-Tools. Doch lest selbst:

Die Grünen machen in ihrem Blog beispielsweise Werbung für ihre ganz eigene IPhone-App und dem grünen Mitmachtool. Eingeführt haben sie den Spaß im August 2011 und wollen damit die Kommunikation zwischen den Bürgerinnen und Bürgern und den Grünen Politikern verbessern. Jeder Bürger kann auf einer Landkarte eine Markierung erstellen und dazu eine Aufgabe oder ein Problem schreiben. Diese Probleme werden dann parteiintern sortiert und an die jeweils zuständige Stelle weitergeleitet. Somit soll eine schnellstmögliche Problemlösung gewährleistet werden. Außerdem kann das Tool noch mehr: Menschen mit den gleichen Problemen können sich so leichter finden und einfacher Kommunizieren, da gleiche Probleme an unterschiedlichen Orten thematisch zusammengefasst werden.

Die IPhone App Augmented Reality(„erweiterte Realität“) soll das Angebot durch weitere Funktionen abrunden:

 

So soll die App beispielsweise nicht nur die gleichen Funktionen, wie das Onlinetool enthalten, sondern auch noch einen „Plakatscanner“ Dieser soll das Abspielen von verknüpften Multimediainhalten ermöglichen, sobald man ein Wahlplakat fotografiert. Also Mashup im Dienste des Wahlkampfes.

Die Idee an sich ist gut, allerdings muss sich erst noch zeigen, ob das Onlinetool und die App von der Bevölkerung akzeptiert werden. Bislang steigen zwar die Einträge auf der „Things-to-Do-Liste“ der Grünen, aber ob die Dinge auch abgearbeitet werden, ist noch fraglich. Immerhin ist das ganze Konzept erst 5 Monate alt und in der Politik brauchen die Dinge ja bekanntlich Zeit…

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~ von mach42 - 31. Januar 2012.

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